Die Zeit tickt Dir eine kleine Frist….

Was verspricht man sich eigentlich vom minimalen Lebensstil? Warum soll sein ganzer Lebensstandard überprüft, überflüssiges ausgemistet, und warum sollte man sich also auf das Wesentliche beschränken?  Ich denke, dass die Antwort im konsequenten, achtsamen und bewußten Leben in oder mit der Zeit zu suchen ist.

Daher lohnt es sich auch immer über die Zeit zu philosophieren. In Bezug auf den Weg zum Minimalisten vielleicht noch vor dem Ausmisten und Neuorganisieren des Kleiderschrankes.

Die Frage, was uns die Zeit so wichtig erscheinen läßt ist nicht in der getakteten Fließbandfertigung der Industrie oder im übervollen Terminkalender zu suchen, den mittlerweile jeder Erwerbslose oder Rentner hat. Der Tag wird genau verplant, in Stunden eingeteilt und gemessen. Sogenannte ‚Reminder‘ erinnern daran, wann es uns ins nächste Meeting zu verschlagen hat. Uhren lassen uns die Zeit nicht mehr bewußt erleben, sie sind Werkzeuge auf unseren Wegen der Unbewußtheit. War das eigentlich immer schon so. Seit wann ‚misst‘ der Mensch die Zeit eigentlich?

Zeit ist ein Phänomen. Über den Zeitpunkt, ab dem der Mensch begonnen hat, die Zeit selbst als solches wahrzunehmen, kann nur spekuliert werden. Vielleicht geht es sogar zurück bis in die Steinzeit, wenn Stonehenge als einen Zeitmesser oder vielleicht Vorläufer unserer Uhren betrachten.

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Streng gesehen ist Stonehenge eine Vorrichtung, um die Gestirne zu beobachten. Ähnlich wie die Himmelsscheibe von Nebra.

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Bei beiden ‚Zeitpunktmessern‘ handelt es sich um Messgeräte, die es erlauben, den Lauf der Gestirne zu beobachten und danach so lebenswichtige Zeitpunkte wie den Tag der Aussaat festzulegen oder rituelle Feste.

Frühe Funde belegen auch, dass die ersten Sonnenuhren bereits vor 6000 Jahr entstanden. 500 Jahre später entstanden die sogenannten Wasseruhren. Die Dauer, die eine bestimmte Menge Wasser benötigte, um durch ein kleines Loch zu fließen, wurde als Maß für die Zeitmessung benutzt. Statt Wasser wurden auch Sand oder Körner eingesetzt. Jeder kennt die Eieruhren, die heutzutage eher Accessoire-Charakter haben mit buntem Sand oder so ähnlich.

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Im 14. Jahrhundert bastelten Mönche die ersten mechanischen Zeitmesser. Einfache, technische Vorrichtungen, die in regelmäßigen Abständen Glocken zum Läuten brachten. Dies waren die Vorläufer unserer heutigen Uhren. Im 15. Jahrhundert begannen die ersten Wissenschaftler durch Messungen Phänomene zu untersuchen. Je genauer die Untersuchungen wurden, desto genauere und präzisere Zeitmessgeräte wurden benötigt.

Als im ausgehenden Mittelalter ein Schlosser aus Nürnberg die ersten tragbaren Räderuhren verkaufte, waren sie eine Sensation, selbst wenn sie die Zeit nur äußerst dürftig anzeigten. Diese Uhren hatten nur einen Zeiger. Ausschlaggebend war die Genauigkeit der Werke. Die Schwingungen der Uhren waren unregelmäßig, und bis heute versuchen Uhrmacher das Zusammenspiel von Unruh und Pendel bei klassischen mechanischen Uhren gleichmässiger schwingen zu lassen. Im weiteren Verlauf wurden diese Uhren immer genauer.

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Die wesentlichen Erfindungen, die unseren heutigen mechanischen Uhren zu Grunde liegen, wurden im 16. und 17. Jahrhundert gemacht. Verblüffend parallel verlief die Geschichte der Erfindung in Italien, Frankreich, Deutschland und England. Vielleicht wahr es an der ‚Zeit‘, genauer, präziser und damit auch hektischer zu werden.

Erst im 17. Jahrhundert wurde dem Stundenzeiger ein Minutenzeiger hinzugefügt. Eine Neuerung, die den Blick auf die Uhr veränderte. Die Zeit war nicht länger ein bestimmter Punkt, sondern ein Winkel zwischen beweglichen Ständen. Richtig durchgesetzt hat sich der Minutenzeiger dann erst im 18. Jahrhundert. Ob die Menschen intuitiv wußten, dass es fortan hektischer, betriebsamer und schneller im Leben zuging und deshalb sich fast ein Jahrhundert der Zweizeigeruhr widersetzen, darf Spekulation bleiben. Denn je ausgewogener und ausgefeilter das Zusammenspiel im Inneren einer Uhr wurde, desto größer wurde die Unruhe im täglichen Leben. Kuriere nahmen ihren Dienst auf, die Eisenbahn bot neue Möglichkeiten und später wurden in Fabriken ungeahnte Reichtümer produziert. Aber all das funktionierte nur, weil sich die Menschen der Zeit immer deutlicher unterordneten und sich an die Zeit regelrecht versklavten. Sie richteten ihr Leben fortan an der Uhr aus. Das ist bis heute so geblieben. Höchste Eisenbahn, hier umzudenken. Wahrscheinlich hat nicht die Dampfmaschine die industrielle Revolution eingeläutet, sondern die Uhr.

Die Zeit wird durch das, was und wie wie fühlen und denken, auch stark beeinflusst. Sie ist abhängig von der Aufmerksamkeit, die wir einem Ereignis schenken. Ereignislose Abschnitte unseres Lebens scheinen die Zeit auszudehnen. Stunden voller Aktivität und Glück können die Zeit zerrinnen lassen. Je mehr uns eine Aufgabe herausfordert und begeistert, desto schneller vergeht die Zeit, so empfinden wir. Wenn das so ist, sprechen oder geraten wir in den sogenannten Flow, in dem Zeit und Raum sich aufzulösen scheinen. Nehmen wir bewußt diesen Flow wahr, dann erkennen wir, dass das Leben nicht ausschließlich nach der Zeit ausgerichtet werden muss, die uns die Taktmesser Uhren vorgeben.

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Ich bin ein Schritt zurück gegangen. Mein Handgelenk ziert jetzt eine Einzeigeruhr. Die Zeit scheint langsamer zu verlaufen, ihre Bedeutung schwindet, es wird weniger, es wird langsamer; Zeit wird bewußter wahrgenommen. Und jetzt kann sich endlich um den Kleiderschrank gekümmert werden.

 

Die Zeit tickt dir eine kleine Frist,
tickt die Schärfe aus dem Zwist,
tickt dich hierhin, tickt dich dorthin.

Die Zeit tickt dir Falten auf die Stirn,
manche Pläne aus dem Hirn,
tickt dich wund und tickt dich zynisch.

Die Zeit tickt dein Leben schnell vorbei,
tickt dich fest und tickt dich frei,
und der Hahn kräht „Guten Morgen“.

Die Zeit tickt die Ecken rund
und tickt dich gesund,
tickt die Dornen von den Rosen.

Die Zeit tickt die Lüge wahr,
tickt das Trübe klar
und macht die Dummen klüger.

Die Zeit tickt die Sonne auf die Welt,
und wenn sie herunterfällt,
dann ist die Uhr kaputt.

(Hermann van Veen)

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Minimalist werden – ein Selbstversuch

Viele Philosophen und Weise lehren seit Menschengedenken vom heilbringenden Verzicht, der Beschränkung auf das Wesentliche. Im Hier und Jetzt zu sein, nicht an gestern zu denken und keine Angst an die Zukunft zu verschwenden, da auch diese Gedankengänge  im Jetzt geschehen und Produkte unseres Denkens sind. Und gedacht wird immer im Jetzt.

Erkenntnis ist bekanntermaßen schon der erste Schritt für eine Besserung. Wer begriffen hat, dass die schönsten Dinge des Lebens keine Gegenstände sind, Konsum sehr häufig eine Ersatzbefriedigung darstellt, weniger meistens mehr ist, sich das große Ganze im Kleinen zeigt , Sicherheit eine Illusion darstellt oder die Arbeit notwendig für das Leben und keinesfalls Lebensinhalt bedeuten sollte, der hat sich bereits auf den Weg begeben.

Nach Wikipedia ist ein Minimalist eine Person, die ihren Lebensstil als „Alternative zur konsumorientierten Überflussgesellschaft sieht“, wobei ihre Anhänger „versuchen, durch Konsumverzicht Alltagszwängen entgegenzuwirken und dadurch ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben zu führen.“ Ich bin mit dieser Definition nicht ganz glücklich, weil auch hier wieder das Wort Verzicht viel zu sehr in den Vordergrund rückt. Minimalist sein heißt, sich achtsamer zu verhalten, sich auf das Wesentliche im Leben konzentrieren (nicht beschränken). Das Wesentliche im eigenen Leben mag nun jeder für sich ergründen und vielleicht feststellen, dass es nicht so einfach ist, es direkt adhoc zu benennen. Aber gerade dann, wenn sich das Leben entschleunigt und die Ablenkungen abnehmen, mag es sich dem, der sehen will, zeigen. Minimalist werden bedeutet einen reichhaltigen Gewinn in Aussicht gestellt zu bekommen und keinen Verzicht. Höher, schneller, weiter war gestern und jeder gestresste, sich auspowernde Manager wird heutzutage eher mitleidsvoll belächelt als bewundert.

Der Grundgedanke, den die Marketingstrategen dieser Welt per ausgeklügelten, psychologisch-manipulierenden Kampagnen in unseren Köpfen verankert, ist dieser: jedes neue Produkt auf dem Markt, macht unser Leben ein Stück besser. Am Besten ist, man kauft direkt alle Produkte (zur Not eben auf Pump). Je teurer ein Produkt, desto größer ist der wohltuende Effekt auf unsere Seele. Wer das glaubt, ist arm dran, rackert sich bis zum Herzinfarkt ab und wundert sich, dass die Kinder zu Hause Freunde oder Freundinnen mitbringen, obwohl sie doch gerade erst eingeschult wurden. Wenn man diesen Gedanken wirklich für wahr hält, dass Konsum uns glücklicher macht, ergibt sich daraus ein weiterer logischer Gedanke: je mehr Geld ich habe, desto mehr tolle Dinge kann ich kaufen. Und je mehr tolle Dinge ich habe, desto besser wird mein Leben. Stopp – es ist Zeit die Reißleine zu ziehen. Ich habe es getan, und es geht mir jeden Tag ein Stück besser damit.

Es geht darum, den persönlichen maximalen Lebensstandard zu definieren statt den minimalen. Das Existenzminimum, was der minimale Lebensstandard nunmal ist, klingt armselig und wird eher den Asketen beglücken, weil schon der Name irgendwie Verzicht erwarten lässt. Auch ist es nicht notwendig, ein Armutsgelübde abzulegen und am Existenzminimum zu knapsen. Diese Sicht beschränkt und engt ein,  sie entspricht dem Bild des sündigen Individuum, der seine Buße abträgt. Vielmehr sollte jeder für sich seinen maximalen Lebensstandard ermitteln, um ein entspanntes Leben führen zu können.

Minimalist zu sein bedeutet Freiheit, Loslassen, im Fluß zu sein. So stelle ich mir das vor. Ich sollte den Selbstversuch wagen.

Ich will diesen Selbstversuch starten und Buch führen über meine Empfindungen, ob sie wirklich befreiend sind, was dabei passiert, wie es sich anfühlt, ja alles, was sich ändert. Eine gute Achtsamkeitsübung nebenbei. Ich beginne jetzt damit, und zwar mit dem Kleiderschrank, einem guten Objekt für den Beginn, wie ich finde.


Das Buch ist (fast) fertig

Nun ist es endlich soweit. heute werde ich das Vor-Druck-Exemplar aus der Druckerei abholen und am Wochenende noch einmal durchlesen, um zu überprüfen, ob die Fotos, die Grafiken und das Layout auch wirklich so sind, wie es sein sollen. Ich kann es gar nicht glauben, denn nach den wirklich sehr vielen Stunden fällt die Vorstellung, einmal ein Wochenende frei zu haben, schwer.

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Dennoch kann das Buch jetzt schon vorangekündigt werden, denn gedruckt wird es allemal. Wahrscheinlich sogar schon direkt nach Ostern. Wir freuen uns über die Fertigstellung unseres Buches „Akupunktur für Hunde nach den Grundsätzen der Traditionellen Chinesischen Medizin“. In Kürze wird das Buch erhältlich sein. Fast 400 Seiten, viele hervorragende Abbildungen der Leitbahnen und Akupunkturpunkte, Traditionelle Punkte, Traditionelle Shu sowie ein ausführliches Kapitel über die Acht Außerordentlichen Gefäße inkl. Abbildungen.

Zu beziehen wird das Buch sein über Amazon und natürlich über http://www.tierakupunkturschule.de.


Laufen in der Wandlungsphase Holz

Nun ist er da – der Frühling. Die Holz-Energie erwacht. Das System der Fünf Elemente aus der chinesischen Medizin ist auch hier bei uns nicht unbekannt. Die Fünf Elemente-Küche ist vielen Menschen ein Begriff. Besser wäre es, statt Fünf Elemente Fünf Wandlungsphasen zu sagen, denn mit dieser Bezeichnung werden die ständig wandelnde, verändernde, wiederkehrende und hervorbringende Eigenschaften der Natur deutlich.

Wie angekündigt möchte ich ausführen, wie sich ein gesundes Laufverhalten entwickeln kann, wenn der Läufer sein Training und seine Performance im Einklang mit den natürlichen Wandlungen der Natur gestaltet. Fast nebenbei sind Leistungssteigerungen am Ende eines Jahres möglich, die zuvor für unerreichbar gehalten wurden. Wer sich traut, kann sogar seine Stoppuhr, sein GPS und seine Pulsuhr (Kreislauf- und Herzpatienten selbstverständlich nur nach ärztlicher Rücksprache) zu Hause lassen. Es geht vielmehr darum, wieder eins mit den natürlichen Zyklen der Natur zu werden. Wer mag, kann in regelmäßigen Abständen Leistungstest mit Stoppuhr vornehmen.

Es ist wieder so weit. Kaum zu glauben. Der Frühling kommt, gut genährt vom Winter, der die Wandlungsphase Wasser entspricht. Die introvertierte Zeit ist nun vorbei, man drängt nach draußen. Die Starre des Winters wird abgeschüttelt. Die ersten Sonnenstrahlen des Jahres laden die Akus auf, man entwickelt Tatendrang – endlich. Die ersten Blumen bestaunen, die schönen Knospen und Blüten an den Bäumen genießen, dem Gezwitscher der Vögel lauschen. Die Natur erwacht. Es wird laut da draußen.

Der Frühling gehört in der Chinesischen Medizin zum Element Holz. Das Holz, dem die Kraft innewohnt, dass sich ein kleiner winziger Samen nach oben durch die Erde bohrt, um sich dann an der Luft frei zu entfalten. Das Holz will wachsen, tut es auch, denn wie es scheint, wächst alles um einen herum um die Wette. Sogar der Löwenzahn dringt vereinzelt durch Beton und setzt sich gegen Widerstände durch. Sich im Frühjahr gegen die Widerstände in den eigenen Köpfen durchzusetzen ist ratsam und alles andere als ungesund. Lauf mal einen Berg hoch, überschreite Grenzen, indem du beim nächsten langen Lauf einfach 5 Kilometer dran hängst, mach einfach etwas anders als sonst, sei flexibel.

Diese Flexibilität lebe im Frühjahr voll aus. Der Baum, und vor allem der Bambus sind das Sinnbild für das Holz. Sie sind kraftvoll und gleichzeitig flexibel, so dass sie starken Winden mühelos standhalten, da sie sich mit dem Wind bewegen können, ohne umzuknicken. Halte deine Sehnen geschmeidig, nimm dir mehr oder überhaupt mal Zeit Zeit für Dehnübungen

Die Wandlungsphase Holz steht für Visionen und Träume – und wer träumt nicht gern, wenn er an Frühlingswiesen entlang läuft nach einem langen Winter? Schmiede Pläne! Vielleicht doch mal ein Marathon irgendwo auf dieser Welt. Plane eine Strategie und fass dir auch ans Herz, genau das dann auch umzusetzen. Denn der Mut, den Plänen auch Taten folgen zu lassen, ist ebenfalls in der Wandlungsphase Holz angesiedelt.

Das Element Holz steht auch für eine bestimmte Emotion – nämlich Zorn und Wut. Und vielleicht haben Sie es selbst schon erlebt – im Frühling, nachdem man sich im Winter mehr in sich selbst zurück gezogen hat, wollen sich Emotionen entfalten. Dann kommt es leichter dazu, dass Menschen auch aneinander geraten. Besser ist es, sich die Wut aus dem Bauch zu laufen als hinunter zu schlucken.

Ich wünsche allen Läuferkollegen einen guten Frühling


Ist das nicht ungesund?

Ob es nicht ungesund sei, so viel zu laufen, werde ich oft von Menschen gefragt, die mitbekommen, dass ich wieder die Marathonstrecke anvisiere und vier- bis fünfmal wöchentlich gemütlich Laufe. Eigentlich nicht, entgegne ich meist, denn der Mensch sei ein Lauftier und bewege sich ohnehin viel zu wenig. Zudem laufe ich auch nur in etwa meine 50 Wochenkilometer, also nicht wirklich viel.
Manchmal denke ich, dass es vielmehr die eigene Bequemlichkeit ist, die die Leute vermeintlich glauben lässt, Laufen schade der Gesundheit. Jedoch bin ich auch der Auffassung, dass das extreme Schinden im Leistungszwang eher weniger zielführende ist. Man stelle sich den gestressten Büromenschen vor, der am Feierabend und am Wochenende mit Stoppuhr Kilometer „fressen“ muss und keuchend durch die Natur hechelt. Das ist Schinderei, und der angeblich entspannende Effekt, von dem beispielsweise gestressten Manager berichten, ist nichts anderes, als bewegte Energie, die sich eher im Mangel befindet und nur durch das Hetzen durch Wald und Flur in Bewegung geriet.
Es geht nicht um Zeit, es geht auch nicht um Kilometerleistung. Vielmehr sollte absichtslos gelaufen werden, sodass sich Raum und Zeit aufzulösen beginnen und sich ein Flow einstellt, bei dem jeder Schritt und jede Berührung mit dem Boden zur Meditation und Selbsterfahrung wird.
Die altchinesische Philosophie der Fünf Wandlungsphasen kann hier sehr hilfreich sein, sich im Einklang mit den Zyklen der Natur zu bewegen. Frei von Leistungsdruck kann sich der Sportler anpassen und dennoch zu beachtenswerten Leistungssteigerungen gelangen.
Der Zyklus beginnt mit dem Frühling, der Wandlungsphase Holz. Wie ein Läufer sie nutzen sollte, um sich bestmöglich zu entwickeln, wird in Kürze hier geblogt werde.


Uraltes Zeugs

So wie es ausschaut, wird das hier wohl doch ein Blog, der sich schwerpunktmäßig der Akupunktur widmet. Mal schauen, ich lass es einfach geschehen; es wird sich schon zeigen, was daraus wird. Flexibel wie der Bambus sein, heißt die Devise.Ich möchte euch nachfolgend einen Artikel aus der Naturheilpraxis heute vorstellen, den ich bereits 2005 schrieb. Oh je, wie doch die zeit vergeht. Allerdings macht es auch deutlich, wie lange mich schon die Akupunktur fasziniert und ich diesem Methode treu geblieben bin. 

In jüngster Zeit wird in unterschiedlichen Medien von der Veterinärakupunktur durchweg positiv berichtet. Anhand eines ausgewählten Falles soll verdeutlicht werden, wie wenig sich die Mechanismen der TCM bei Mensch und Tier voneinander unterscheiden. 

Die Veterinärakupunktur ist nicht neu. Durch Berichterstattungen der letzen Zeit in den Medien könnte man von einer neuen Erscheinung in der Akupunktur, der Veterinär-Akupunktur, ausgehen. Tatsächlich existiert die Akupunktur bei Tieren, insbesondere bei Pferden schon geraume Zeit. Während davon ausgegangen wird, dass die TCM seit ca. 3.000 Jahren praktiziert wird, wurden die ersten Akupunkturbehandlungen beim Tier bereits um 1300 v. Chr. durchgeführt. Das wohl älteste existierende Fachbuch zur Veterinärmedizin wurde in der Zeit von 659 – 621 v. Chr. verfasst. Diese Abhandlungen jener Zeit befassen sich ausschließlich mit der Pferdeheilkunde. Pferde wurden auf staatlicher Ebene nicht nur für militärische Zwecke, sondern auch im Postdienst eingesetzt und fanden im Güter- und Personentransport Verwendung. Korea hatte zum Beispiel in der Zeit um das Jahr 1300 dem chinesischen Kaiserreich jährlich 10.000 Pferde als Tribut zu entrichten. Das Pferd war zu einem Inbegriff staatlicher Macht und gesellschaftlichen Reichtums geworden. Diese hohe Bedeutung ist leicht nachzuvollziehen, wenn man an die Entdeckung und Ausgrabung der imposanten Terrakotta-Armee des Ersten Kaisers der Qin-Dynastie denkt. Zudem erscheint es auch nachvollziehbar, dass bei wertvollen Tieren die zeitgemäßen und bei den Menschen erfolgreichen Heilmethoden seiner Zeit angewandt wurden. In der Ming-Dynastie (1368-1644) schrieben Veterinärmediziner erstmals auch über die Behandlung von Rinder. Während in der Qing-Dynastie (1644 bis 1911 n. Chr.) die Chinesische Medizin stagnierte, kann davon ausgegangen werden, dass die Veterinärakupunktur schon früher an Bedeutung verlor, vor allem durch den Verlust systematischer wissenschaftlicher Begleitung der Praxis. Abhandlungen jener Zeit beschränkten sich ausschließlich auf Nutztiere, wozu Hunde und Katzen beispielsweise nicht zählten. Erst in der Neuzeit wurde der Hund als des Menschen „bester Freund“ aufgewertet und auch die Kleintierhalter zeigen verstärktes Interesse an schonenden und nebenwirkungsfreien Therapieformen.

In den siebziger Jahren erfuhr die Veterinärakupunktur auch in Europa wachsendes Interesse. Bemerkenswert hierbei ist, dass die Akupunktur bei Kleintieren in Amerika weiterentwickelt wurde und von dort nach Europa kam. Dabei wurden die Leitbahnen und Akupunkturpunkte des auf allen Vieren stehenden Menschen auf die Kleintiere überzogen und ordnete die Akupunkturpunkte entsprechend auf dem Tier an. . Man transponierte beispielsweise die Leitbahnen des Menschen auf den Hund und ging davon aus, dass die Akupunkturpunkte an den gleichen Stellen anzutreffen sind. Bei den meisten Punkten ist ihre Lokalisation gesichert, jedoch ist bei einigen Punkten die Übereinstimmung noch nicht bestätigt. Le 3 Taichong befindet sich beim Hund medial am II. Metatarso-phalangealgelenk, da die 1. Zehe evolutionsbedingt hier nicht ausgebildet ist. Hingegen wird die Lokalisation von Le 3 Taichong beim Pferd auf der medialen Seite des Beines, auf halber Höhe von Metatarsale III beschrieben. 

Auch bei der Tierakupunktur ist es überaus wichtig, die Punkte zu tasten. Anamnese: Bei der Anamnese kann das Tier uns leider nicht auf unsere Fragen antworten, sodass sein Halter stellvertretend einspringt. In den seltensten Fällen kann der Halter, der ja für das Tier sprechen sollte, exakte Angaben machen. In 90% wird die Frage nach der Farbe des Urins und die Häufigkeit des Wasserlassens als „normal“ angegeben. Aussagen dieser Art sind für den TCM-Therapeuten nicht diagnoseweisend, da jedes einzelne Element nur in seiner Relation zum Ganzen verstanden werden kann. Entsprechend der Theorie Yin und Yang kann bekanntlich kein Ding isoliert existieren. Die TCM bemüht sich immer entstandene Imbalancen ins Gleichgewicht zu bringen, ganz individuell auf das Individuum bezogen, also ohne Normwerte. Oft fällt auf, wie wenige Angaben zu diesen scheinbar alltäglichen Dingen vom Halter gemacht werden können. Im Falle von Hunden erhält der Behandler in der Regel schon verlässlichere Angaben vom Halter, da diese in vielen Fällen doch sehr viel Zeit mit ihren Tieren verbringen. Pferdehalter verbringen hingegen in den meisten Fällen vielleicht höchstens zwei bis drei Stunden, also 1/5 des Tages bei ihren Tieren, sodass der Halter als „Sprachrohr“ des Tieres nie die alleinige Determinante zur Diagnostik darstellen darf. Dabei soll die Wichtigkeit dieser Angaben nicht heruntergespielt werden, sondern es soll verdeutlicht werden, wie wichtig in der Tieranamnese nach der TCM die Fähigkeiten des Fühlens, Riechens, Hörens und vor allem des Beobachtens sind. Oft hat die sinnliche Wahrnehmung eine höhere Bedeutung bei der Diagnosefindung als die Befragung des Halters. Eine prinzipielle Differenzierung zwischen Human- und Veterinär-TCM gibt es nicht. Die Behandlung eines Hundes, Pferdes, Katze, Kaninchens u.a. beruht auf den gleichen grundlegenden Prinzipien der TCM. Der Mensch, wie auch das Tier gelten bekanntlich als Mikrokosmos, dessen Prinzipien sich an einem Gleichgewicht sich widerstrebender Prinzipien orientieren – Mensch und Tier (oder Pflanzen) unterscheiden sich hier nicht. Die grundsätzliche Voraussetzung für das Praktizieren dieser Jahrtausende alten Medizin ist deren philosophische Grundlage, das Verständnis von Yin und Yang. Die psychische und physische Balance eines Lebewesens und die Herstellung seiner harmonischen Integration in dessen Umwelt ist hierbei das primäre Ziel. 

Frida, eine Golden Retriever-Hündin im Alter von sieben Jahren wird mir am 27.05.04 das erste Mal vorgestellt. Die Halterin gibt an, der Hund habe Geschwüre im Bereich der Zitzen. Bei der Palpation sind drei Geschwulste auf der rechten Seite in unmittelbarer Nähe der Zitzen tastbar. Zwei Tumore von einem Durchmesser von ca. 15 Millimeter lassen sich verschieben und befinden sich im Unterhautgewebe, wobei ein größerer Tumor von ca. 25 mm fest und tiefer sitzt Sehr auffällig ist der süßlich-penetrante Geruch, der von dem Hund ausgeht. Der Hund hechelt stark und trinkt übermäßig viel. Hitzezeichen sind eindeutig zu identifizieren. Dies äußert sich auch in einer Überproduktion von Talg/Schuppen, die zu einem starken Hundegeruch führen. In der Vergangenheit litt Frida an einer Blasen- und Ohrenentzündung. Die Läufigkeit/Hitze findet 1 x jährlich statt. Dabei blutet sie stark. Das Blut ist tief dunkelrot, ob vor oder danach abdominelle Schmerzen auftreten, ist nicht zu ermitteln. In der Vergangenheit hatte Frida öfters Scheinschwangerschaften. Die Zunge zeigt violette Flecken an den Zungenrändern, bei einem normalen Belag. Da es bei Tieren unmöglich ist, auf die Farbe in Gesichtsarrealen zu achten, ist die Zunge ein sehr wichtiges diagnostisches Instrument. Selbstverständlich gibt es keinen Hund, der auf Kommando die Zunge herausstreckt. Hier muss der Therapeut kurz den Mund öffnen, die Zunge betrachten und wieder schließen. Das sollte zumindest solange durchgeführt werden, bis eine Aussage getroffen werden kann. Der Puls ist als drahtig bzw. saitenförmig zu bezeichnen. Zwar ist es speziell bei größeren Hunderassen möglich, die zwölf Pulse an den Vorderpfoten zu ertasten. Dies ist in der Praxis allerdings sehr schwierig, da die Tiere nie lange ruhig sitzen bleiben, unterschiedliche Größen haben und sich von Fremden meist ungern anfassen lassen. Aus diesem Grund hat sich das Pulstasten an der Arteria femoralis an den Innenseiten der Hinterläufe bewährt. An dieser Stelle ist der Puls sehr gut zu ertasten und kann über die Konstitution über Rhythmus, Form, Stärke und Form hinreichend Aufschluss geben. Bewertung Tumoren oder gar Krebs ist das Resultat von länger andauernden Stauungen von Qi und Blut, welches Einfluss auf den Funktionskreis Leber haben kann, sodass die harmonische Bewegung des Qi im Körper gestört wird. Im Zeitverlauf kann sich eine energetische Stagnation zu einer manifesten, körperlichen Blockade entwickeln. Die Qi-Stauung als häufigste Ursache für die Blut-Stase wird sozusagen substanziell, wächst zu einer Blockade von Blut oder Schleim, der immer dann entstehen kann, wenn Qi, Blut oder Flüssigkeiten, die alle in einem engen Zusammenhang stehen, in ihrem Fluss behindert werden und sich erhitzen können. Qi bewegt das Blut. Stagniert es, staut sich auch das Blut. Je länger oder chronischer diese Disharmonien zwischen den Leitbahnen und den relevanten Organen bestehen, desto wahrscheinlicher wird eine Manifestation von Stauungen, die widerrum Tumore begünstigen können. Der Hauptgrund für die Bildung von Schleim ist eine Milz-Schwäche. Wenn der Funktionskreis Milz bei Umwandlung und Transport der Säfte versagt, so sammeln sich diese an und verwandeln sich in Schleim, in Fridas Fall als Schleim unter der Haut. Dieser nimmt die Form von subkutanen Knoten an. Er kann in Form von Schwellungen der Nervenganglien, Lymphknoten, der Schilddrüse und in Form von gewissen Fibromen und Lipomen erscheinen. Behandlung Das Behandlungskonzept sollte drei Ziele verfolgen:

  1. Leber-Blut-Stagnation beseitigen, Qi – und Blutfluss anregen und harmonisieren, sowie Hitze kühlen.
  2. Schleim auflösen bzw. umwandeln.
  3. Milzschwäche behandeln.

Begleitend hierzu wurde der Halterin geraten, den Hund etwas mehr zu bewegen, um den Qi-Fluss zu optimieren und die Nahrung auf etwas kühlendere Nahrungsmittel zu wechseln. Hierzu zählt beispielsweise die Verfütterung von mehr Huhn zum Stärken von Milz/Pankreas und Magen. Zudem sollte ein bis zweimal die Woche etwas gesalzener Fisch dem Futter beigemengt werden. Der salzige Geschmack kann Tumore erweichen. Gerade in der Veterinär-TCM gewinnt Dr. Shen’s Ausspruch, die TCM bestehe aus 5% Kräuterheilkunde, 5% Akupunktur und 90% Lebensführung, besondere Bedeutung. Denn Tai Chi Chuan und Tuina stehen in der Tier-TCM außen vor. Die Verantwortung für diese Lebensführung obliegt dem Tieralter. In dieser Zeit hat er für gesundes Futter, genügend Bewegung und tiergerechte Haltung zu sorgen und hat somit einen entscheidenden Einfluss auf die Lebensführung seines Tieres. Der Hund wurde vier Monate lang in einem sieben bis zehntägigem Abstand mit Le 3 Taichong zur Qi- und Blutflussregulator und Di 4 Hegu zur Schleimumwandlung und Hitzeklärung behandelt. Diese Punkte wurden und werden in jeder Sitzung verwendet. Variiert wurde im Wechsel mit Gb 34 Yanglingquan, um das Leber-Qi und Leber-Blut zu harmonisieren und Mi 10 Yuehai zur Hitzeklärung und Blutstärkung, sowie Regulation der Blut- u. Qi-Zirkulation. Nach zwei Monaten wurde Gb 34 Yanglingquan durch Ma 36 Housanli zur Unterstützung der Transport- und Transformationsfunktion der Milz und zur Qi- und Blutstärkung substituiert. Am 29.02.04 litt Frida an einer schmerzhaften Ohrentzündung und wurde mit Le 3 Taichong, Di 4 Hegu, Di 11 Quchi und SJ 5 Guoliang einmalig behandelt. Bereits nach zwei Monaten konnte man sich von inzwischen verkleinerten Tumoren überzeugen, und nach fünf Monaten waren diese verschwunden. Der festsitzende Tumor verkleinert sich um ca. ¾ seiner ursprünglichen Größe. Die Behandlung dauert noch an.


Land in Sicht

Es geht mit großen Schritten nach vorn. Der Atlas-Teil und das Punkteglossar habe ich im Layout fertig gestellt. Die wunderschönen ästhetischen Fotos von Katja Dingel geben den Hunden auf den Fotos eine erhabene Würde, die jeden Betrachter in ihren Bann ziehen werden. So wirken die eingezeichneten Meridiane und zahllosen Akupunkturpunkte noch besser und das Lernen von Akupunkturpunkten wird den Schülern der Veterinärakupunktur noch mehr Spaß machen. Ich habe es so gemacht, dass die Tafeln eine komplette Seite füllen, ohne Rand, denn die Fotos können nicht groß genug sein. Dieses Buch ergänzt vorzüglich existierende Werke zu diesem Thema, da besonders die traditionelle chinesische Sichtweise in den Vordergrund der Ausführungen getragen wurde.

Das Layout für den Buchtitel ist auch schon fertig und hoffentlich der Text zu den allgemeinen traditionellen chinesischen Medizinbegriffen auch in den kommenden Wochen. Ich freue mich riesig über dieses Projekt. Wenn alles gut ist, dann kann ich ab Mai etwas ruhiger das Leben in warmer Sonne genießen.